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Adieu Aspe!

Das Leben besteht von je her wesentlich aus einer Sache: Dem Warten.
Warten auf Weihnachten, auf den nächsten Geburtstag, auf den Sommer, auf den ersten Schnee im Winter. Warten auf die erste Liebe, auf das nächste Taschengeld, dann warten auf 20:15, warten auf das Ende der Schulstunde, warten, warten, warten.
Wir warten darauf, dass etwas passiert und wenn es dann passiert ist, warten wir einfach weiter auf das nächste Ereignis.
Das letzte halbe Jahr verbrachten wir hauptsächlich damit, auf das Ende der Schulzeit zu warten.
Das Wort ABSCHLUSS, stand uns sozusagen in großen, leuchtenden Lettern auf die Stirn geschrieben und mit jedem Schritt den wir taten, mit jeder Arbeit für die wir lernten, jedem Morgen den wir verfluchten, arbeiteten wir auf unseren Abschluss hin.
Wir warten darauf uns zu qualifizieren. Für die Grundschule, die weiterführende Schule, für das Gymnasium oder eine Ausbildungsstelle. Für Praktika, Vorstellungsgespräche, Weiterbildungen, etc. etc..
Ich nehme also zurück was ich zu Anfang sagte.
Das Leben lässt sich auf zwei wesentliche Dinge reduzieren.
Auf das Warten und das Qualifizieren.
Aber was kommt denn nun wenn wir den Tag erreicht haben, auf den wir solange warteten und uns hinqualifizierten?
Hat das Warten dann ein Ende?
Die ernüchternde Antwort ist: Nein. Sie trifft einen, wie die Faust in die Magengrube.

Es ist nicht vorbei, es fängt nur wieder von vorne an!
Es fängt immer wieder von vorne an. Man kommt irgendwo hin, bleibt, lernt neue Menschen kennen, geht wieder weg, kommt irgendwo hin, bleibt...es ist ein ewiger Kreislauf.
Jetzt hört es auf und morgen beginnt es wieder von Neuem. An einer anderen Stelle und mit anderen Menschen. Vielleicht ist das der Unterschied, vielleicht ist der Abschied heute deswegen so anders!?
Wir lassen Menschen zurück, mit denen wir 6 Jahre lang, mit manchen ja sogar schon noch länger, was man ja für fast unmöglich erklären könnte, zusammen gewesen sind.
Die Umstellung von einem Schuljahr auf das Nächste ist meistens nicht so schwer, man geht in die Ferien, mit dem Wissen nach 6 Wochen alle die, die man verlassen hat, wieder zu sehen.
Nur diesmal ist es eben anders.
Die Wege verlaufen sich. Einige machen eine Ausbildung, andere gehen auf ein Gymnasium oder eine andere weiterführende Schule. Einige werden Freunde bleiben, andere werden sich nie wieder sehen.
Außerdem müssen wir noch etwas zurücklassen, wenn wir zum letzte Mal von der Schule nach Hause gehen: unsere Coolness.
Als wir in der fünften Klasse waren, fühlten wir uns schon unheimlich groß. Ein bisschen aufgeregt vielleicht jetzt nicht mehr zu „den Kleinen“, zu den Grundschülern, zu gehören. Wir waren stolz, aber wir merkten schnell, dass wir immer noch nicht richtig „groß“ waren. Es gab immer noch Größere. Und dann begann das Warten. Das Warten darauf, größer zu werden, groß zu werden!
All die Coolness die wir uns in den sechs Jahren aufgebaut haben, all das Wissen darüber wie man am Besten bei welchem Lehrer abschreibt, welche Toiletten dem Klassenraum am nächsten sind, welches der kürzeste Weg zum Klassenraum ist oder welcher ausschließlich durch das Gebäude führt, das Wissen was man sich bei welchem Lehrer erlauben darf, wie man Briefe schreibt ohne das es bemerkt wird, all das, lassen wir heute zurück. Wir geben es sozusagen ab und müssen es uns erst wieder zurück erarbeiten. An einem anderen Ort.

Trotzdem sollte man jetzt nicht glauben, man gehe und die Welt und noch viel wichtiger, die Schule vergäße einen.
Lehrer schwärmen noch mindestens ein Jahr nach dem Abschluss „ihrer“ Schüler davon, wie gut sie doch in Mathe und wie miserabel sie in Französisch waren. Sie erzählen davon, wie anstrengend es war, ihnen Englisch beizubringen, oder wie nervtötend die Abschlussfahrt mit ihnen war.
Wir bleiben!
Außerdem muss man ja irgendwann mal aufhören. Da bringt es gar nichts, jetzt melancholisch zu werden und „der guten, alten Zeit auf der Realschule“ hinterher zu trauern. Zurück kommt sie bestimmt nicht. Und wie gesagt, eigentlich fängt es nur wieder von vorne an!
„Man sollte aufhören wenn es am schönsten ist“, heißt es doch und die letzen Dinge bleiben meist auch im Gedächtnis.
Ein letzter Kuss, eine letzte Umarmung, ein letztes gemeinsames Jahr.


"Weißt du was du mir bedeutest?
Auf einem Platz in meinem Herz
steht dein Name an der Wand
und ich will, dass du es erfährst
Ich werde immer an dich glauben,
egal was auch passiert
Manche singen von Liebe
Ich sang die ganze Zeit von dir" Tomte
5.6.07 12:48
 


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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


gesa / Website (5.6.07 19:14)
ach ja, da kommen erinnerungen hoch. an den "grüner punk" müllcontainer. an gurkenscheiben an der decke vom silencium. an den hausmeister mit schrotgewehr. an 6.klässler, die schon in der ersten großen pause in der cafeteria kalte pizza bestellten...

schon wieder 5 jahre her. wie die zeit rennt...


Katt-Sama (6.6.07 09:27)
Tja... Was soll ich da noch hinzufügen? Einfach: Es war ne geile Zeit...


ann (6.6.07 16:03)
auch wenn ich die schule nur in den letzten 2 1/2 jahren mochte, musste ich eben doch etwas schlucken. aber es ist wirklich so. man fängt immer wieder von vorne an. und ich bin froh drüber...

wünsche euch aber alles gute beim "von vorne anfangen"!!


ninni (6.6.07 19:51)
wirklich schöner text!
besonders der letzte absatz trifft es besonders gut und erinnert mich doch sehr an letztes jahr.
aber auch wenn es nichts hilft melancholisch zu sein, manchmal ist es einfach schade, dass die zeit nicht wieder zurück kommt. man merkt ja immer erst was man hat, wenn es vorbei ist.

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